Großangelegte Katastrophenschutzübung am Pibersteiner See

Am Samstag, dem 30. Mai 2026, fand am Pibersteiner See in Köflach und Maria Lankowitz die groß angelegte Katastrophenschutzübung „Menschenrettung nach Murenabgang am Pibersteiner See“ statt. Zahlreiche Einsatzorganisationen aus dem Bezirk Voitsberg sowie darüber hinaus arbeiteten bei dieser realitätsnahen Großschadensübung eng zusammen, um die Zusammenarbeit unter schwierigen Einsatzbedingungen zu trainieren und weiter zu verbessern.

 

Vorbereitungen und Hubschraubertraining

 

Bereits am Vormittag begannen die Vorbereitungen für die Großübung. Die Piloten des Österreichischen Bundesheeres sowie der Flugpolizei führten eine ausführliche Hubschraubereinweisung für die beteiligten Einsatzkräfte durch. Dabei konnten erste Trainingsflüge absolviert werden.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Zusammenarbeit mit den Einsatztauchern der Feuerwehren Stallhofen, Maria Lankowitz, Bärnbach, Krems, Gratkorn, Frohnleiten und Kapfenberg. Gemeinsam wurden das sichere Ein- und Aussteigen in die Hubschrauber sowie das Verstauen und Sichern der Tauchgeräte im Rahmen eines Trockentrainings geübt. Gleichzeitig wurde von den Kameraden der Feuerwehr Voitsberg gemeinsam mit den Piloten der Flugpolizei der geplante Außenlasttransport der Ölsperren detailliert besprochen und vorbereitet.

 

Realitätsnahes Einsatzszenario

 

Das Übungsszenario ging von einem schweren Murenabgang nach langanhaltenden Starkregenfällen aus. Mehrere Fahrzeuge wurden dabei in den Pibersteiner See gerissen, zahlreiche Personen galten als vermisst oder verletzt. Zusätzlich trat Treibstoff aus beschädigten Fahrzeugen aus und gefährdete das Gewässer. Ziel der Übung war die Menschenrettung, die Suche nach Vermissten sowie die Bekämpfung der Umweltgefahr durch austretendes Mineralöl.

 

Menschenrettung aus der Luft

 

Nach Beginn der Übung wurden die Einsatzkräfte mittels Hubschraubern direkt zum Schadensort eingeflogen, da eine Zufahrt mit Fahrzeugen nicht möglich war. Die Flugeinweiser der Feuerwehr Maria Lankowitz überwachten und betreuten dabei den Landeplatz unmittelbar am See und sorgten für die sichere Einweisung der ankommenden Luftfahrzeuge.

Als erste Kräfte wurden Fließwasserretter eingeflogen, um die im Wasser befindlichen Personen zu retten und zu versorgen.

Für die Absicherung der Arbeiten am Wasser standen ein Boot der Feuerwehr Stallhofen sowie ein Boot der Steirischen Wasserrettung bereit. An Bord befand sich unter anderem auch ein Polizeibeamter, wodurch die organisationsübergreifende Zusammenarbeit zusätzlich geübt werden konnte.

 

Ölschadensbekämpfung am See

 

Die Feuerwehr Voitsberg war gemeinsam mit mehreren Wasserrettern und kleinen Schlauchbooten maßgeblich am Aufbau der Ölsperren beteiligt. Diese wurden rasch aufgezogen, um die simulierte Ausbreitung des ausgelaufenen Kraftstoffs einzudämmen und die Umweltbelastung zu bekämpfen.

 

Taucheinsatz und Personensuche

 

Ein weiterer Schwerpunkt der Übung war die Suche nach vermissten Personen unter Wasser. Mehrere Tauchtrupps machten sich nach ihrer Einfliegung auf die Suche nach einer vermissten Person im See.

Dank der eingesetzten Unterwasserscooter konnten die Taucher in kurzer Zeit deutlich größere Suchgebiete absuchen. Die vermisste Person wurde bereits nach kurzer Zeit lokalisiert und markiert. Ein zweiter Tauchtrupp führte anschließend die Bergung der Person durch und übergab diese an die Bootsbesatzung, welche sie an das Ufer brachte. Parallel dazu suchte ein dritter Tauchtrupp den Uferbereich nach weiteren möglichen Opfern ab.

Die Übung zeigte eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit der Einsatztaucher sowie das professionelle Zusammenspiel der Tauchergruppen des Bereichsfeuerwehrverbandes Voitsberg und der beteiligten Wasserrettungsorganisationen.

 

Verpflegung und Kameradschaft

 

Für die Verpflegung aller eingesetzten Kräfte sorgte während der gesamten Übung die Feuerwehr Köflach. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Großübung konnten sich die Teilnehmer bei Getränken und Würsteln stärken und die gewonnenen Erfahrungen im Rahmen einer gemeinsamen Nachbesprechung austauschen.

 

Erfolgreiche Zusammenarbeit aller Einsatzorganisationen

 

An der Übung beteiligt waren unter anderem die Feuerwehren des Bereichsfeuerwehrverbandes Voitsberg, die Steirische Wasserrettung, die Österreichische Wasserrettung, das Rote Kreuz, das Grüne Kreuz, die Polizei, die Flugpolizei, das Österreichische Bundesheer, die Bergrettung, der Ölschadensstützpunkt Voitsberg sowie zahlreiche weitere Behörden und Organisationen.

Ziel war es, die Einsatzkoordination bei Menschenrettungen, Taucheinsätzen, Luftunterstützung und Umweltgefahren unter erschwerten Bedingungen zu trainieren und weiter zu optimieren.

 

 

Die Feuerwehr Maria Lankowitz bedankt sich bei allen beteiligten Einsatzorganisationen, den Übungsorganisatoren sowie allen Kameradinnen und Kameraden für die hervorragende Zusammenarbeit und den reibungslosen Ablauf dieser anspruchsvollen Katastrophenschutzübung. Solche gemeinsamen Übungen sind ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Einsatzbereitschaft und der organisationsübergreifenden Zusammenarbeit im Ernstfall.

 

 

Bilder: Feuerwehr Maria Lankowitz und BFV-Voitsberg Wasserdienst

Bericht: OLM Dominik Kinzer

 

 

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