Der KHD 56 Waldbrandzug des Bereichsfeuerwehrverbandes Voitsberg wurde am Samstag, dem 25. April, direkt aus einer laufenden Übung heraus zu einem großflächigen Waldbrand nach Eisbach-Rein alarmiert. Bereits zu Beginn hatte der Brand ein Ausmaß von rund sieben Hektar erreicht und breitete sich aufgrund der trockenen Witterung sowie des schwierigen Geländes rasch aus.
Unmittelbar nach der Alarmierung rückten die eingesetzten Feuerwehren des Waldbrandzuges in das Einsatzgebiet aus, wo bereits umfangreiche Löscharbeiten im Gange waren. Die Brandbekämpfung gestaltete sich aufgrund des steilen und teils nur schwer zugänglichen Waldgebietes als besonders herausfordernd. Neben der direkten Brandbekämpfung lag das Hauptaugenmerk vor allem auf dem Eindämmen der weiteren Ausbreitung.
Da sich bereits am Nachmittag abzeichnete, dass sich der Einsatz über die gesamte Nacht erstrecken würde, wurde frühzeitig eine Ablöse für die eingesetzten Kräfte organisiert.
Um 22:00 Uhr trafen sich die eingeteilten Feuerwehren im Bereitstellungsraum in Söding, darunter auch drei Kameraden der Feuerwehr Maria Lankowitz. Nach einer kurzen Lagebesprechung machte sich der Konvoi auf den Weg nach Eisbach-Rein, um die bereits seit Stunden eingesetzten Kameradinnen und Kameraden des KHD 56 Waldbrandzuges abzulösen und die Brandbekämpfung während der Nachtstunden fortzusetzen.
Vor Ort übernahmen unsere Kameraden unmittelbar die zugewiesenen Einsatzabschnitte. Die Arbeiten konzentrierten sich dabei insbesondere auf das Halten einer Flanke sowie das Verhindern einer weiteren Brandausbreitung in diesem Bereich.
Die Löscharbeiten erfolgten großteils händisch mit Löschrucksäcken und D-Rohren. Aufgrund des schwierigen Geländes mussten viele Bereiche zu Fuß erreicht werden. Die Arbeit war körperlich äußerst fordernd und verlangte den eingesetzten Kräften über Stunden hinweg alles ab.
Kurz nach Sonnenaufgang erfolgte die Ablöse des KHD 56 Waldbrandzuges durch weitere Einheiten aus anderen Bereichen. Zeitgleich lief bereits eine umfassende Brandbekämpfung aus der Luft mit sieben Hubschraubern. Durch die extreme Trockenheit sowie den teils starken Wind hatte sich der Brand zu diesem Zeitpunkt bereits auf über 70 Hektar ausgebreitet.
Am Dienstag, dem 28. April, stand der KHD 56 Waldbrandzug erneut in einer Tagschicht im Einsatzraum, um weitere Brandbekämpfungs- und Nachlöscharbeiten im Gelände durchzuführen. An diesem Einsatztag waren keine Kameraden unserer Feuerwehr beteiligt.
Am Freitag, dem 01. Mai, erfolgte schließlich die dritte Alarmierung des KHD 56 Waldbrandzuges in den Einsatzraum. Diesmal rückten die Kräfte zu einer Nachtschicht zur Aufspürung und Bekämpfung von Glutnestern aus. Mit dabei waren erneut drei Kameraden unserer Feuerwehr, welche gemeinsam mit den weiteren Einsatzkräften die nächtlichen Nachlöscharbeiten unterstützen.
Um 17:00 Uhr erfolgte die Abfahrt vom Bereitstellungsraum in Söding in Richtung Einsatzgebiet. Der Einsatz dauerte die gesamte Nacht hindurch bis in die frühen Morgenstunden an.
Unterstützt durch Drohnen mit Wärmebildkameras konnten zahlreiche Glutnester „Hot Spots“ lokalisiert werden. Diese wurden anschließend von den eingesetzten Kameradinnen und Kameraden in schweißtreibender Handarbeit freigelegt und abgelöscht. Glutnester, die aufgrund des Geländes oder der Dunkelheit nicht sicher erreicht werden konnten, wurden markiert und an die Einsatzleitung gemeldet, um sie am darauffolgenden Tag bei Tageslicht gezielt bekämpfen zu können.
Der mehrtägige Einsatz in Eisbach-Rein zeigte einmal mehr die Wichtigkeit einer funktionierenden überörtlichen Zusammenarbeit im Katastrophenhilfsdienst. Über mehrere Tage hinweg standen Einheiten aus der gesamten Steiermark sowie aus Niederösterreich und dem Burgenland im Einsatz.
Ein großer Dank gilt allen eingesetzten Kräften für die professionelle Zusammenarbeit sowie den unermüdlichen Einsatz unter schwierigsten Bedingungen. Aktuell besteht weiterhin erhöhte Aufmerksamkeit im betroffenen Gebiet, da trotz intensiver Nachlöscharbeiten einzelne Glutnester nicht ausgeschlossen werden können.
Aufgrund der anhaltenden Trockenheit herrscht derzeit weiterhin eine sehr hohe Wald- und Vegetationsbrandgefahr. In diesem Zusammenhang wird auf die aktuell in allen steirischen Bezirken geltende Waldbrandverordnung hingewiesen. Das Entzünden von Feuer sowie das Rauchen im Wald und in Waldnähe sind strengstens verboten. Bereits kleinste Unachtsamkeiten können schwerwiegende Folgen haben und großflächige Brände auslösen.
Die Bevölkerung wird daher ersucht, besondere Vorsicht walten zu lassen und mögliche Zündquellen in Waldgebieten unbedingt zu vermeiden.
Bericht: OLM Dominik Kinzer
Bilder: KHD 56 Waldbrandzug



















